Wieviel Vitamin C steckt in der Hagebutte?

21.08.2016 08:00

Hagebutte: das unterschätzte purpurrote Vitamin-C-Wunder

Nach einer besonders Vitamin-C-haltigen Frucht gefragt, würden die meisten Leute wohl spontan auf Zitrone, Orange oder Kiwi tippen. Vermutlich nicht genannt wird die Hagebutte (Rosa canina = Hundsrose, Wildrose, Heckenrose) - leider völlig zu Unrecht. Die knallroten Früchte der Heckenrose gehören zu den zuverlässigsten Lieferanten des lebenswichtigen Vitamins.

WER KENNT DIE HAGEBUTTE GANZ GENAU?

"Ein Männlein steht im Walde" heißt ein bis heute bekanntes Kinderlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, das er bereits 1843 geschrieben hat. Darin geht es um die Hagebutte, die eigentlich auffällig rot daherkommt, aber andererseits oft verkannt wird, was ihre Fähigkeiten als Naturprodukt anbelangt: Zu Tee verarbeitet, so kennen wir die kleine, auffällig rote Hagebutte dafür wohl alle. Auch als Basiszutat vieler Früchteteemischungen sticht sie mit ihrem markanten, fruchtig-säuerlichen Aroma immer hervor und verleiht dem Getränk nicht zuletzt die dunkelrote Färbung.

VITAMIN C KANN DER MENSCH NICHT SELBST PRODUZIEREN

Wer seinen Bedarf an Vitamin C mit Gemüse und Obst deckt, tut sich damit zwar ernährungsphysiologisch immer einen Gefallen, doch die empfohlene Menge aufzunehmen, schaffen viele Menschen im hektischen Alltag nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt: Kinder brauchen je nach Alter zwischen 20 und 105 Milligramm am Tag, Erwachsene müssen etwa 95 bis 100 Milligramm pro Tag über die Ernährung aufnehmen. Unter anderem haben Schwangere, Stillende und Raucher immer einen erhöhten Bedarf. Vitamin C ist wasserlöslich und wird auch Ascorbinsäure genannt. In der Natur kommt das Vitamin, das der menschliche Körper im Gegensatz zu vielen Pflanzen und Tieren nicht selbst herstellen kann, insbesondere in Gemüse und Obst vor, aber auch zahlreichen (weiter-)verarbeiteten Lebensmitteln wie Fleisch- und Wurstwaren ist Vitamin C als Zusatzstoff beigegeben (Antioxidationsmittel, E300 bis E304, E315, E316). Es "konserviert", macht also haltbarer und dient zugleich dazu, die ursprüngliche Farbe des Lebensmittels zu erhalten. Man denke nur an Avocado oder Banane, die zerdrückt oder aufgeschnitten und somit bei "Luftkontakt" ohne ein paar Spritzer Zitronensaft ganz schnell bräunlich anlaufen würden.

AUF DIE MENGE KOMMT ES AN

Mit etwa 1500 Milligramm je 100 Gramm Frucht hat die Hagebutte hierzulande mit den höchsten Ascorbinsäuregehalt. So enthält ihr Mark sogar rund 20-mal mehr Vitamin C als die vielbeschworene Zitrone. Auch das Provitamin A, mehrere Vertreter aus der Gruppe der B-Vitamine, sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Spurenelemente wie Kupfer und Zink stecken in dem kleinen roten Vitaminwunder.

"ALLZWECKWAFFE" IN PURPURROT

Traditionell wird die Hagebutte als Heilpflanze bei Erkältungen, Vitamin-C-Mangel, oder erhöhtem -bedarf, bei Frühjahrsmüdigkeit und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Sie hilft aber auch, Beschwerden im Magen- und Darmbereich zu lindern. Darunter fallen außerdem Gallenbeschwerden und Appetitlosigkeit. Fruchtsäuren und Pektine (Stoffe aus der Zellwand von Pflanzen, die gerne als Geliermittel Verwendung finden), haben eine leicht abführende und schweißtreibende Wirkung. Die Hagebutte trägt außerdem dazu bei, Entzündungen zu hemmen und Schmerzen zu lindern, selbst bei Arthrose (Gelenkverschleiß) und rheumatischen Erkrankungen.

WIE KANN MAN GENÜGEND VITAMIN C AUFNEHMEN?

Je nach Sorte wachsen Hagebutten von Ende August bis November. Roh essen sollte man sie jedoch nie, da ihre intensive Säure Magen und Speiseröhre reizen würden. Die schleimhautreizende Wirkung gilt leider auch für die kleinen Kerne im Innern der Frucht. Deswegen kann man die Hagebutte meist auch nicht frisch im Supermarkt oder Obsthandel kaufen. Wenn man sie doch im Bioladen findet oder sie selbst erntet, bleibt sie allerhöchstens bis zu drei Tage haltbar. Einkochen ist leider keine ratsame Alternative, wenn es statt um Geschmack um den Vitamingehalt gehen soll: Zu Marmelade verarbeitet, ist der verbleibende Vitamin-C-Pegel nach der Hitzeeinwirkung nur noch sehr gering. Lediglich rund 50 Milligramm Vitamin C finden sich noch in 100 Gramm süßen Brotaufstrich, während in derselben Menge Frucht die bis zu 30-fache Menge enthalten ist. Um trotzdem eine effektive Menge aufzunehmen, gibt es die Hagebutte inzwischen auch in haltbarer Pulverform. So werden die Schleimhäute beim Verzehr nicht gereizt, das Produkt ist länger und leichter zu lagern und die wirkungsvolle Dosierung ist entsprechend einfacher.


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