Rückenschmerzen

26.09.2016 00:30

Wir bekommen sie am Schreibtisch, im Bett, beim Autofahren, Putzen oder einfach so: Fiese Rückenschmerzen können einem wirklich den Tag vermiesen, besonders, wenn sie akut auftreten.

Doch ist "akut" wirklich immer gleichzusetzen mit "plötzlich" und "ohne Ankündigung"?

Ob stumpf, stechend oder bohrend - wir haben für Sie die Schmerzgrade aufgelistet:

  • Akute Rückenschmerzen treten erstmalig oder erstmalig seit mindestens einem halben Jahr in Erscheinung und sind spätestens nach sechs Wochen Akutphase wieder vollständig abgeklungen. Dieses Ereignis ist wirklich als "akut" zu bezeichnen, da es einen überschaubaren Zeitraum umfasst.

  • Subakute Rückenschmerzen sind von der Definition her zwischen "akut" und "chronisch" einzuordnen. Wichtiges Indiz ist hier die Dauer, denn die Schmerzen treten hier länger als die eingangs beschriebenen sechs Wochen in Erscheinung.

  • Chronische Rückenschmerzen hat ein Patient, wenn er schon länger als drei Monate unter diesen leiden muss.


FAZIT: Rückenschmerzen haben so unterschiedliche Erscheinungsintensitäten und dauern so variabel lange, dass eine eindeutige Abgrenzung der einzelnen Zustände nicht immer einfach ist. Bitte suchen Sie immer einen (Fach-) Arzt auf, wenn bei Ihnen Rückenschmerzen auftreten.

Die Schmerzarten können genauso unterschiedlich sein wie ihre Dauer:

Schmerzen in der Halswirbelsäule (HWS) empfinden oft Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen und arbeiten müssen. Oder sie müssen im Beruf und in der Schule sehr schwer tragen, etwa einen Schulranzen oder Rucksack. Nicht selten sind bereits angeborene oder später erworbene Fehlhaltungen vorhanden. Auch das "Einklemmen" des Telefonhörers zwischen Schulter und Ohr kann zu starken Schmerzen und Fehlstellungen führen. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, etwa durch ein Headset am Arbeitsplatz. Die Schmerzen können ausstahlen, bis in den Hinterkopf über das Gesicht und zu den Ohren. Taubheitsgefühle und Missempfindungen kommen ebenso als unangenehme Begleiterscheinungen vor. Letztlich warnt uns der Körper mit Schmerzen vor ernsthaften Schäden: Also ist ein Arztbesuch auch bei solchen ungewöhnlichen Empfindungen und Schmerzen immer Pflicht.

Haben wir Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS), denken wir noch öfter an die Bandscheiben und entsprechende Vorfälle oder Vorwölbungen als bei der HWS. Die Schmerzen strahlen nicht selten in die Beine aus. Kribbeln, Taubheitsgefühle, Missempfindungen und ziehende Schmerzen können die Folge sein. Unser Rücken macht durch Sitzen, falsches Sitzen, einseitige Belastung, Fehlstellungen und mehr sehr viel mit, bis ein Tag vergangen ist. Zur Entlastung bei häufigem Sitzen, auch im Auto auf längeren Strecken, kann ein Keilkissen schnell Abhilfe leisten. Beim Physiotherapeuten können Menschen mit Fehlhaltung lernen, wie sie am besten dynamisch sitzen, wie man sich richtig bückt und wie man rückenschonend schwere Dinge anhebt, wie zum Beispiel den "Klassiker": Getränkekisten schleppen.

Wie sonst mit einem Ruck "die Hexe schießt", will man kein zweites Mal erleben, wenn es einem schon passiert ist. Beim so genannten Hexenschuss sind es dabei aber eigentlich die Bänder und Muskeln, die verstimmt auf eine "ruckartige" Bewegung reagieren und sozusagen "beleidigt" sind, wenn sie überstrapaziert werden.

Auch bei rückengerechtem Sport ist es immer notwendig, sich geeignete Aufwärmübungen zeigen zu lassen. Fragen Sie ruhig Ihren Kursleiter, wenn Sie eine "Schwachstelle" am Körper haben: Die meisten Menschen haben eine oder mehrere Stellen, an denen es auch mal schmerzt. Scheinbar grundlos, bei näherer Betrachtung aber nicht wirklich ohne Begründung. "Sitz´doch gerade" und Ähnliches mag zwar niemand seit Kindertagen gerne hören, aber wenn wir nicht selbst auf unseren Rücken aufpassen und uns sozusagen selber "den Rücken stärken", wer soll das dann sonst für uns übernehmen? Wir haben nur einen Rücken, und auch die Bandscheiben sind es wert, dass man so gut es eben geht auf sie "aufpasst".

Und wenn die Ursache von Rückenschmerzen doch im Unklaren bleibt? Bildgebende Verfahren beim Radiologen, wie die Magnetresonanztomographie (kurz "MRT"), auch Kernspinntomographie genannt, bilden die Weichteile sehr gut erkennbar ab. Das Gerät ist zwar sehr laut durch den Einsatz eines starken Magnetfeldes hochfrequenter Töne. Deshalb muss man auch absolut still halten während der Untersuchung. Dafür aber liefert diese Methode in der Regel sehr gute, aufschlussreiche Erkenntnisse, auch über den Zustand des Rückens.

Übergewicht und mangelnde Bewegung sind nie gut bei Rückenschmerzen: Selbst sehr schwere Patienten, die schon an einer Gewichtsreduktion arbeiten, sollten regelmäßige Spaziergänge unternehmen und dabei immer auf geeignetes, hochwertiges Schuhwerk mit gutem Halt, Trittdämpfung und einem atmungsaktiven Fussklima achten. Der Schuh sollte wirklich gut passen, damit das Fussgewölbe nicht zu starker Belastung ausgesetzt ist. Es muss außerdem nicht gleich zu einer Tageswanderung aufgebrochen werden! Genauso ist es mit Jogging: Walking und Nordic Walking sind bei richtiger Anleitung eine genauso vielseitige und muskelfördernde Trainingsmöglichkeit wie das Joggen und Laufen im Wald. Jugendliche können schon genauso mitmachen wie Schwangere, Verletzte, Rehapatienten, Senioren und viele Andere (die letztgenannten Zielgruppen aber immer erst nach Rücksprache mit dem Arzt).

Bei Muskelkater ist Vorsicht geboten: Überambitioniertes Training kann dann sogar schaden. Und wer will das schon freiwillig riskieren?

Viele Kursdienstleister, Volkshochschulen und andere Sportvereine bieten schon spezielle Kurse für den Rücken ein: Yoga, bei dem es keine Kopfstände und weitere Spezialübungen gibt. Aber auch Autogenes Training kann Verspannungen reduzieren helfen und so aktiv Rückenschmerzen vorbeugen.

Die schlechteste Variante ist natürlich immer das Ignorieren. So belasten wir die Muskeln, Faszien nur noch mehr und verursachen Mikrorisse und Entzündungen im Gewebe. Rückenschmerzen können von alleine weggehen oder eben auch nicht. Daher: Scheuen sie den Gang zum Arzt nicht! Ihr Rücken wird es Ihnen danken. Sollte einmal "nur" ein anstrengender Tag vorbei gehen oder müssen Sie in Ihrem Beruf viel stehend erledigen, können eine muskelentspannende und wärmende Einreibung oder die Anwendung eines geeigneten Wärmepflasters sehr entspannend sein.


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