Manuka-Honig: ein Hilfsmittel aus Neuseelands Natur

04.08.2016 00:45

Manuka-Honig: ein hochwirksames Hilfsmittel aus Neuseelands Natur

Sommerzeit, Insektenzeit: Hat mal wieder eine Stechmücke in einer schwül-warmen Sommernacht zugeschlagen und die Einstichstelle schwillt sofort heiß und rot an? Viele Menschen haben, sobald sich dieses unangenehme Szenario in den eigentlich lang ersehnten Sommermonaten mehrfach wiederholt, schnell keine Lust mehr auf müde machende Anti-Allergiemittel zum Einnehmen (Antihistaminika) oder Gelpräparate mit Hydrocortison, die medizinisch in der Anwendungsdauer begrenzt sind. Manuka-Honig aus Neuseeland kann eine natürliche und sehr wirksame Alternative sein.

Wo kommt Manuka-Honig überhaupt her und was kann er leisten?

Auf die Wunde (dazu zählen auch die Einstichstellen von Mücken und ähnlichen Insekten), aber auch auf unkomplizierten Sonnenbrand (keine Bläschenbildung oder ähnliche schwerere Symptome!) kann neuseeländischer Manuka-Honig aufgetupft oder aufgetragen werden. Der wertvolle und durch seine besonderen Eigenschaften wirklich außergewöhnliche Honig wird aus dem Nektar der Blüten des Manukastrauchs (Leptospermum scoparium), auch bekannt als Südseemyrte, Roter Manuka oder neuseeländischer Teebaum, gewonnen. Schon die Eingeborenen Neuseelands, die Maori, nutzten den Honig vor Hunderten von Jahren als Heilmittel.

Vorsicht, Fälschung!

Für Neuseeland ist das hochwertige Erzeugnis ein bedeutendes Exportprodukt: Jährlich werden rund 1700 Tonnen davon produziert. Allerdings kommen merkwürdigerweise geschätzte 10.000 Tonnen Honig unter dem Namen "Manuka-Honig" in den weltweiten Handel: Damit ist folglich nur etwa jedes sechste Glas Honig tatsächlich echt, und für den Verbraucher an den gängigen Unterscheidungsmerkmalen wie Geruch, Farbe, Konsistenz oder Süße praktisch kaum nachzuvollziehen. Selbst Wissenschaftler vermochten mit den bis vor wenigen Jahren noch gängigen Methoden nicht immer sicher die Herkunft und Güte des Honigs festzustellen.

Der bräunliche Manuka-Honig weist aufgrund seines Gehalts an Methylglyoxal (MGO) und einiger weiterer Inhaltsstoffen eine einzigartig hohe antibakterielle Wirksamkeit auf und wird deswegen für zahlreiche medizinische Anwendungen, wie gegen Erkältungen, bei Pilzerkrankungen und nicht zuletzt zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt.

Verbraucherschutz und Wissenschaft

Um den Verbraucher zu schützen und ihm ein wirksames Produkt zu garantieren, wurden neueste Untersuchungsmethoden vonnöten. Selbst die reine Analyse des MGO, das von Natur aus nur im Manuka-Honig in solch relevant hoher Menge enthalten ist, bot bislang keine ausreichende Sicherheit. Der Grund: Dieser antibakterielle Bestandteil, der beim Abbau von Zucker entsteht, kann künstlich nachempfunden und somit auch anderen Honigen nachträglich zugesetzt werden. Bis zu 800 Milligramm MGO (Mengen ab 400+ oder 550+ gelten aber in der gängigen Praxis bereits als sehr hoch) sind pro Kilogramm Manuka-Honig im Extremfall möglich, alles immer abhängig von Herkunft und Lagerung.

Lebensmittelchemiker der Technischen Universität (TU) Dresden haben nach und nach ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der echte Manuka-Honig sicher von anderen, weniger wertvollen Honigsorten unterscheiden lässt. Dabei setzen die Wissenschaftler auf eine Kombination von Markersubstanzen und Statistik. Manuka-Honig hat aufgrund seines Gehalts an Methylglyoxal (MGO) und anderen Inhaltsstoffen eine einzigartig hohe antibakterielle Wirksamkeit und wird für zahlreiche medizinische Anwendungen, wie eben zur Unterstützung der Wundheilung oder bei Infekten, eingesetzt.

Die Forscher der Professur für spezielle Lebensmittelchemie und -produktion der TU Dresden haben daher, auch unterstützt von der neuseeländischen Regierung, ein neuartiges Verfahren zur Abgrenzung des Manuka-Honigs von anderen Sorten entwickelt. Sie untersuchten bei mehreren Honigsorten die flüchtigen aromaprägenden Substanzen und daneben die nichtflüchtigen Verbindungen, welche Farbe und Geschmack beeinflussen, im Hinblick auf sogenannte "Markersubstanzen". So heißen laut den Forschern Substanzen, die ausschließlich oder in besonders großen Mengen vorkommen. Da das allein ebenfalls nicht zu Bestimmung der Sortenreinheit ausreichte, entwickelten sie zudem ein weiteres, noch stärker verfeinertes Testverfahren.

Wie erkennt man als Verbraucher nun den echten Manuka-Honig im Handel?

Es gibt leider zahlreiche Nachahmerprodukte am Markt: Die Begriffe "MGO" (Methylglyoxal) und "UMF"( "Unique Manuka Factor" = „einzigartiger Manuka Faktor“), welcher in seiner Bedeutung und Wertigkeit dem MGO-Wert entspricht, sind jedoch streng geschützte Markenzeichen. Sie dürfen nur dann verwendet werden, wenn der Honig tatsächlich Neuseeland im Originalbehältnis verlässt. Die im Vergleich genauere "MGO"-Messung löst UMF hier nach und nach ab.

Methylglyoxal entsteht auf ganz natürliche Weise schon im Nektar der Manuka-Blüte. Manuka kommt in Neuseeland an den Küsten genauso vor wie in den Bergregionen. Die widerstandsfähige und immergrüne Pflanze kann als Strauch/Gestrüpp oder als hoher Baum in Erscheinung treten. Die schmal-länglichen, fast nadelartigen Blätter weisen einen eher bitteren, allerdings nicht unangenehmen, herben Geschmack auf. Die Ureinwohner Neuseelands haben schon Entzündungen, Insektenstiche und Verwundungen ihrer Krieger mit daraus zubereiteten Umschlägen erfolgreich behandelt.

Welche MGO-Stärke hilft bei was?

Aktiver Manuka-Honig aus Neuseeland wird üblicherweise in den Stärken 100+, 250+, 400+ und 550+ exportiert. Dies ist auch mit einem entsprechenden Logo auf dem Honigglas vermerkt, das zum Schutz des original aus Neuseeland exportierten Produktes meist getönt und unzerbrechlich ist. Es können Wunden, Insektenstiche, Magen-Darm-Beschwerden, Pilzerkrankungen und Erkältungen von der Halsentzündung bis zur Nebenhöhlenentzündung damit behandelt werden. Mit der täglichen Einnahme kann auch Erkältungskrankheiten vorgebeugt werden. Langjährige Antibiotikapatienten berichten beispielsweise, dass sie seit der regelmäßigen Einnahme von Manuka-Honig wesentlich seltener oder nicht mehr in der Erkältungszeit erkrankt sind. Die durch Herstellung, Kontrollen und Export höheren Kosten gegenüber lokalen Sorten oder Honiggemischen aus dem EU-Ausland stören den Verbraucher meist wenig, da Manuka-Honig rasch hohe Ausgaben für Salben und Erkältungsmedizin wettmachen und für eine stabilere Gesundheit sorgen kann. Einen Versuch ist dieses Naturprodukt daher sicher allemal wert.

Zur Stärkung der Abwehrkräfte wird empfohlen, etwa einen Teelöffel Manuka-Honig täglich auf der Zunge zergehen zu lassen (bei bereits eingetretenen Infekten drei Mal täglich). Bei aktivem Husten und Schnupfen hilft das Naturprodukt, Viren zurückzudrängen.

Aufgrund des angenehm aromatischen, nicht zu süßen Geschmacks eignet sich Manuka-Honig auch zum Süßen, beispielsweise von Joghurt oder Tee. Viele Verbraucher schätzen an dieser Stelle auch die Temperaturbeständigkeit von Manuka-Honig: Er ist auch beim Erhitzen noch wirksam und darf so in die heiße Milch genauso wie in die frische Tasse Tee.

Weitere hilfreiche Produkte aus Manuka sind reines Manukaöl, Lutschbonbons in verschiedenen Sorten, Hautpflegeprodukte und Getränke, die wir Ihnen, liebe Leser, in weiteren Artikeln separat vorstellen werden.


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