Brille richtig reinigen- aber wie?

29.08.2016 05:30

Brille richtig reinigen- aber wie? 

Eine Brille macht so einiges mit, bis der Tag vorbei ist: Ihr Träger - oder ihre Trägerin - balanciert sie stundenlang auf der Nase, braucht sie auf der Arbeit und geht mit ihr vielleicht sogar schwimmen oder ins Fitnessstudio. Sie ist Sonne, Schweiß und Kosmetikprodukten wie Cremes oder MakeUp ausgesetzt. Staub, Luftfeuchtigkeit und andere Faktoren kommen vor der Haustür täglich in Kontakt mit der Sehhilfe. Und auch Hautfett oder Handcreme kommen beim Korrigieren ihres Sitzes auf die Gläser, wenn die Hände schnell zum Zurechtrücken eingesetzt werden. Das alles nehmen Gläser und Kunststoffgläser leider gleichermaßen und in ähnlicher Weise negativ auf, denn es bilden sich hartnäckige Schlieren, die durch schnelles "Polieren" an der Bluse oder am Hemd nicht besser werden. 


Keine Begeisterung beim Optiker ruft dann die Verwendung von Brillenputztüchern hervor. Die einzeln verpackten, in Reinigungslösung getränkten Tücher machen die Sache nämlich nicht unbedingt besser und sollten nur eingesetzt werden, wenn wirklich nicht einmal ein Wasserhahn und ein Flüssigseife-Spender im nächstgelegenen Waschraum verfügbar sind. Die Substanzen, die im Glasreiniger enthalten sind, in den das Tüchlein vor seiner Anwendung getränkt ist, reizen das Brillenglas ungemein. Kleinste (Mikro-)Kratzer in der Brillenoberfläche sind nach einer Weile ebenfalls ärgerlich für Verbraucher und Optiker, denn dieser Zustand kann nicht ohne notwendige Ausbesserung bleiben.


Optiker empfehlen, die Brille so zu reinigen: Unter fließendem Wasser abwaschen, dann etwas Spülmittel zwischen den Fingern verreiben und die Brillengläser, danach das Gestell säubern. Wichtig ist aber, im Anschluss die Brille wirklich gründlich und sehr gut unter dem Wasserstrahl abzuwaschen. Weil damit vermutlich noch immer nicht alle Schlierenreste beseitigt sind, empfehlen Optiker, die Brille nun noch mit einem trockenen Kosmetiktuch aus Papier zu polieren, dabei nur einen sanften Druck anwenden. Sind Sie einmal unterwegs, ist die beschriebene Flüssigseife, wie sie inzwischen in fast jedem öffentlichen WC im Waschraum bereitsteht, nicht ganz so gut wie Spüli, aber immer noch besser als das vermeintlich ideale feuchte Brillenputztuch. Dann klappt es mit der idealen Reinigung. 


Gab es vor einigen Jahren noch für rund 10 Euro kleine Sprühflaschen mit Reinigungslösung speziell für Brillen zu kaufen, empfehlen Optiker das heutzutage nicht mehr und raten lieber zum Spülmittel. Das ist schon alleine deswegen sehr authentisch, weil sie an dieser Variante keinen Extraverkauf abschließen können, es aber zur längeren Haltbarkeit der oft sehr teuren und hochwertigen Sehhilfe deutlich beitragen wird. Alle paar Monate - am besten etwa zweimal im Jahr - können Sie Ihren Optiker natürlich auch bitten, ihre Brille vorsichtig und fachgerecht im Ultraschallbad für Sie zu reinigen: Meist ist auch diese Leistung kostenlos, wenn Sie bereits Kunde sind. Besitzen Sie selbst ein solches Gerät, das jedoch als Kaufversion für den normalen Haushalt dem des Optikers in keiner Weise entspricht, setzen Sie es besser nicht selbsttätig für ihre Brille ein. Details, oft geklebt, könnten sich beispielsweise ablösen. 

Zum Abschluss kann, wenn die Brille bereits auf beschriebene Weise saubergemacht wurde, noch mit einem Mikrofasertuch nachpoliert werden. Es ist im Handel für wenige Euro erhältlich, aber viele Brillenfachgeschäfte geben es beim Erwerb einer neuen Brille als Geschenk mit oder tauschen es später auch als Serviceleistung gerne kostenfrei aus. Durch die Verwendung nach der eigentlichen Reinigung hält das dann nicht mehr allzu schmutzig werdende Tuch eine gewisse Zeit vor. Muss es doch gewaschen werden, soll es bitte bei maximal 40 Grad Celsius Feinwäsche in die Maschine. Ein Handwaschprogramm ist noch mehr zu empfehlen. Wenn Sie ein Wäschenetz besitzen, setzen Sie es bitte ein, damit es kein Pilling (=Knötchenbildung auf einem Textil) durch die Reibung mit anderen Kleidungsstücken gibt. Weiterhin sind bei unsachgemäßer Reinigung beim nächsten Einsatz vermutlich wieder Schlieren auf den Gläsern zu erwarten.